JapanEine traditionelle japanische Hochzeit ist für das Brautpaar ziemlich stressig. Besonders die Braut hat einiges zu tun, denn wenn die Japaner Hochzeit feiern, dann auch richtig. So muss die Zunkünftige nicht nur ein traditionelles Hochzeitsgewand, sondern auch einen Kimono aus Seidenbrokat und ein weißes Brautkleid tragen - alles an einem Tag! Die meisten Japaner feiern ihre Hochzeit im Sinne der Shinto-Religion in einem besonderen Shinto-Schrein und diese Zeremonie nur im engsten Familienkreis.
Das Paar trägt während der Zeremonie die traditionellen Hochzeitsgewänder. Die Robe der Braut ist dabei komplett weiß, von ihrer Haube aus Seide, ihrem Kimono bis hin zu ihrem langen darüber getragenen Gewand, ihren Tabi-Socken und Sandalen. Das Weiß symbolisiert Reinheit und die Bereitschaft der Braut, die Farben, also die Lebensweise, ihres neuen Zuhauses anzunehmen. Der Bräutigam trägt einen schwarzen Kimono, eine haori-Jacke, dekoriert mit dem Wappen seiner Familie und gestreifte hakama-Hosen. Während der Zeremonie wird das Brautpaar durch den Shinto-Priester gesegnet und spirituell gereinigt.
Der Bräutigam leistet einen Eid, nach dem er seiner Frau ein treuer und sorgsamer Ehemann sein wird. Der Tausch der Ringe, eine vom Westen übernommene Sitte, wird von traditioneller Harfenmusik begleitet. Zum Abschluss der Zeremonie trinkt das Paar mehrere Male aus derselben Schale vom Priester geweihten Sake (Reiswein).
Anschließend wird zusammen mit der Familie und Freunden im Ballsaal eines Hotels gefeiert. Zu Beginn des Festes trägt die Braut entweder einen weißen Kimono oder ein Brautkleid. Während der Feier verlässt sie die Gesellschaft dann um sich ein letztes Mal umzuziehen. Sie kehrt in einem bunten Kimono oder Abendkleid zurück um ihren Eintritt ins alltägliche Leben der verheirateten Frau zu demonstrieren. Am Schluss des Festes dankt der Bräutigam den Gästen für ihr Kommen und übergibt, als Zeichen der Dankbarkeit, zusammen mit seiner Frau den beiden Elternpaaren Blumensträuße.