MarokkoEine traditionelle Hochzeit in Marokko ist vor allem eins: teuer und beeindruckend. Die Mitgift wird vor einem Notar bezahlt und wird für die Aussteuer und den Hausrat verwendet. Der Schmuck, den die Braut bekommt muss aus Gold gefertigt sein (Ringe, Ketten, Ohringe, Armschmuck). Während der Verlobungszeit, die normalerweise sechs Monate bis zwei Jahre dauert, schickt der zukünftige Bräutigam seiner Braut in spe an Festtagen Geschenke in Form von Kleidung, Schmuck und Parfum. Auch die Hochzeitsfeierlichkeiten an sich dauern über eine Woche. 5 Tage vor der Hochzeit werden eine Matratze, Decken und andere notwendige Dinge in die Kammer der Braut getragen. Die Braut wird unter strenger Aufsicht einer weiblichen Angehörigen, genannt negassa, gebadet. Danach wird sie geschminkt und mit Hennamustern an Händen und Knöcheln bemalt. Sie wird mit einer Pracht aus bestickten weißen Hochzeitsgewändern angekleidet und schließlich hinter einem Vorhang platziert, der den Übertritt ins neue Leben symbolisiert. Nach der Zeremonie beginnt dann das Fest. Männer und Frauen feiern getrennt, nur der Bräutigam darf zu seiner Frau ins Frauenzelt.
Am Abend wird die Braut auf einem runden Tisch sitzend auf den Schultern ihrer singenden und rufenden Hochzeitsbediensteten zu ihrer Kammer getragen während die Festivitäten bis in die Nacht andauern. Dieses Ritual wiederholt sich in den nächsten sieben Tagen. In der Kammer angekommen halten sich die Bediensteten der Braut hinter einer Art Leinwand auf um für die Jungfräulichkeit der Braut zu bürgen und ihre Entjungferung bezeugen zu können. Nach einem zweiten rituellen Bad verlassen die Hochzeitsbediensteten schließlich das Haus und das Paar wird allein gelassen.
Es ist die Aufgabe des Brautvaters, einen geeigneten Partner für seine Kinder zu finden. Ausnahme ist der Heiratsmarkt im Ort Ait Ameur bei Imichil. Hier können sich Männer uind Frauen ihren Ehepartner selbst aussuchen.